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Carles Puigdemont Der Träumer Kataloniens

11 de octubre de 2017 08:31 AM
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Das spitzbübische Lächeln, sein Markenzeichen, ist aus Carles Puigdemonts Gesicht verschwunden. Durch seine altmodische Pilzkopffrisur ziehen sich erste graue Strähnen. Der katalanische Regionalpräsident erlebt Tage allergrößter Anspannung. Er hat sich völlig verkalkuliert: Weder unterstützt die Mehrheit der Bevölkerung seiner Heimatregion sein Lebensprojekt, die Schaffung einer unabhängigen Republik Katalonien, noch hat er Unterstützung bei den europäischen Nachbarn gefunden.

Und der Druck zeigt Wirkung: In seiner Rede am Dienstagabend vor dem Regionalparlament erklärt Puigdemont Katalonien nicht für unabhängig.

Zumindest noch nicht. Es war ein hohes Maß an politischer Naivität, dass er glaubte, die 90 Prozent Zustimmung im illegalen Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens am 1. Oktober würden die Politiker in anderen EU-Staaten beeindrucken. Das tun sie nicht, weil die Wahlbeteiligung bei ganzen 43 Prozent lag. Ebenso hat er nicht erkannt, dass die spanische Verfassung, welche die Abspaltung einer Region verbietet, in den Augen der EU-Politiker eine rote Linie zieht, die nicht überschritten werden darf.

Vor allem aber hat er die Härte und Sturheit seines politischen Hauptgegners in Madrid unterschätzt, des konservativen Premierministers Mariano Rajoy. Beide trennt ein unüberwindlicher Interessengegensatz: Während Puigdemont denkt, die gut organisierten, gründlichen, fleißigen und sparsamen Katalanen würden ihr Land mit seiner modernen Industrie am besten selbst regieren, strebt Rajoy die Stärkung der Zentralregierung an.

Wenn man Puigdemonts Mitarbeitern Glauben schenken darf, ist zwar seit seinen Jugendtagen die Unabhängigkeit Kataloniens sein Traum, doch hätte er sich vorläufig begnügt mit einer Ausweitung der autonomen Rechte, vor allem bei der Verteilung von Finanzen. Doch sollte er wirklich an die Chancen eines Kompromisses geglaubt haben, so war auch dies ein Irrtum: Rajoy, die spanische Justiz und den Sicherheitsapparat im Rücken, hat Verhandlungen über die weitere Abgabe von Kompetenzen an Barcelona stets abgelehnt, etwa beim umstrittenen Finanzausgleich zwischen den Regionen.

Im Gegensatz zu dem Bild, das die Madrider Medien von ihm zeichnen, ist Puigdemont kein Fanatiker, kein Demagoge. Er ist überzeugter Europäer und das Gegenteil eines Einpeitschers, auch in seinen Reden legt er Wert auf einen verbindlichen Grundton. Mitarbeiter beschreiben seinen Regierungsstil als kumpelhaft; all das Gravitätische, das Rajoy zelebriert, ist ihm fremd. Mit seiner jungenhaften Art wirkt er ein wenig verloren in dem prachtvollen gotischen Regierungspalast in Barcelona.

Fuente: sueddeutsche.de

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